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Technisch-propädeutischer Kurs

… wenn man drei Buchstaben an TPK ändert heißt es ZOO

So, moin moin, aufstehen, heute wird ein schöner Tag. Ich schlage die Augen
auf und was passiert? Natürlich, die Realität holt mich mit rasender
Geschwindigkeit wieder ein. Es hätte ein ganz normaler Tag in meinem Leben
sein können. Hätte. Dem ist aber nicht so. Der Grund: heute ist ein erneuter Labortag im TPK!
Also raus aus den Federn, rein in die gipsverklumpten Klamotten, Cornflakes
zackig runter schlingen und rauf auf’s Rad. Zur Zahnklinik hetzen, die weißen
Kittel an und schon sieht der gesamte Kurs aus wie eine Pinguinkolonie.

Eifriges Aufwachsen im Labor

Eifriges Aufwachsen im Labor

Hastig watscheln alle TPK-Pinguine durch das Labyrinth der Zahnklinik in
Richtung „Höhle des Löwen“, dem Ort, in dem der Schrecken eines jeden
gefiederten Freundes wartet.

Nach der akademischen Viertelstunde brennt bereits die Luft, in Form von 60
Bunsenbrennern. Es herrschen Temperaturen wie im Affenhaus, der
Angstschweiß tropft.

Ich sammele meine Gedanken. Heute muss ich Vieles schaffen – so schnell wie
möglich. Und das alles unter den kritischen Blicken der arglistigen Hyänen vom
Assistententisch.
Ich fange mit dem Gipsen an. Anrühren, ohne Waage, frei nach Augenmaß und
Instinkt.

„Ey Gustel, kannst du nicht mal eben bei mir schauen…?!“ , ruft mal wieder
jemand nach mir. Klar, der Gips muss ja eh noch 10 Sekunden sumpfen bzw.
stehen bleiben! Helfen, debattieren, grübeln, lachen, weinen – das alles schaffe
ich in der kurzen Zeit natürlich… Nicht. Denn schon ist der Gips hart, also
NOCHMAL! Darum heißt es auch: Im TPK macht Übung den Meister!
Jetzt die fertigen Modelle schleifen (inklusive gratis Maniküre), bzw. im
Fachjargon auch „trimmen“ genannt. Hin und wieder muss man selbst trotz
Ahnungslosigkeit so tun, als wisse man über alles Bescheid. Nur das hält einen
Pinguin im TPK auch wirklich über Wasser.

Und weiter. Es beginnen klassische Diskussionen am Parallelometer. Ist der
prothetische Äquator nun richtig markiert oder nicht? Student: „Klar.“,
Assistent: „Natürlich nicht!“ Wir fiepen um Verständnis, arktische Pinguine
haben nun mal eine andere Sicht auf den Äquator als afrikanische Löwen und
Hyänen.

Das wäre also geklärt, jetzt die Klammern passend dazu biegen. Schon nach
einigen Versuchen ist der Zahn komplett abgeschmirgelt und besitzt somit eine
neue Morphologie. Frei nach dem Motto:Was nicht passt, wird passend
gemacht.

Nächste Hürde: 46er vierfarbig aufwachsen. Bahnhof? Nein, das ist ein Zahn.
Nachdem ich der Meinung bin, dass mein Zahn perfekt aufgewachst ist, wage
ich es mich in der Schlange vor den Hyänen anzustellen und mich ihren
Begutachtungen zu stellen.
„Studentin Gustel Gusswachs, Ihr Zahn sieht aus wie eine zerquetsche
Sardinenbüchse! Da ist Ihr Name aber nicht Programm!“
Memo an mich selbst: Ich muss herausfinden wie eine Sardinenbüchse ohne
Quetschungen aussieht!

Mittagspause, Assistentenwechsel, kaltes Käsebrötchen auf dem Flur. Herrlich!

fertige Kronen auf dem Arbeitsmodell

fertige Kronen auf dem Arbeitsmodell

Man sollte meinen, nach einer gewissen Zeit schmecken diese Käsebiester nicht
mehr. Falsch gedacht, die Pinguinfütterung der Mensa fällt leider täglich aus.
Nach schon nach einer Woche TPK lernt man, was Bescheidenheit wirklich ist.
Zurück ins Labor, wir tanzen auf den Tischen, die Stimmung ist beschissen.
Party? Ahhh, ne doch nicht, die Krone eines Kommilitonen ist spurlos
verschwunden! Jäger und Sammler vereinigen sich, geben ihr Bestes die verloren gegangene Krone wieder zu finden. Es gleicht einem Affentheater.
Mitten im Getümmel spricht die Engelsstimme von der Decke. Wir wurden
erhört! Endlich! Schnell merke ich, dass es nur die Lautsprecher sind. Herr
Böcker lässt seine bärenstarke Stimme genau so, wie jeden Tag (wirklich!) von
der Decke donnern, einige murmeln den Satz dabei grinsend mit: „Halli hallo TPK, einmal aufgepasst, wie gesacht, die Arbeitszeit ist erreicht! Heute das Labor 100%ig säuber.“

Also schnell alles einpacken, Putzdienst wahrnehmen und ab zur
Vorlesungsdemo bei unserem Boss, dem Löwen. Das Hörsaallicht ist angenehm
gedimmt, es kommt Schlafstimmung auf. Leider herrschen im Hörsaal
antarktische Temperaturen und unsere Kolonie muss sich aufzuplustern. Eiszeit
überstanden, ab nach Hause.

Zuhause angekommen wird meine kreative Ader natürlich weiter gefordert.Wer
braucht schon Freizeit? Also beginne ich die zerquetsche Sardinenbüchse von
heute zu zeichnen (46er auch genannt). Wahrscheinlich träume ich heute Nacht
auch von ihr…

Wir wünschen Euch im TPK ganz viel Spaß, denn so schlimm ist es (vielleicht?)
gar nicht!